Die elende Klamottensuche…

Vielleicht sollte ich ein Longsleeve-Label aufmachen. Ich liebe Longsleeves, habe aber scheinbar seltsame Ansprüche an sie. Lange Ärmel heißt zum Beispiel für mich nicht 3/4 (das Gefühl von einem am Unterarm endenden Ärmel ist doch bitte echt besch…eiden, gibt’s wirklich Menschen, die damit klar kommen?) und auch nicht – das macht die Schwierigkeiten bei der Suche – kurz vor dem Handgelenk. 
So ist’s gut. Länger darf auch sein, Hände in Ärmel kuscheln ist eh toll. 

Ich würde ja einfach alles in XXL kaufen, aber am Oberkörper eng ist blöderweise die 2. Voraussetzung.

3. Lang genug um nicht Bauch oder Rücken an die freie Luft zu lassen, wenn ich mich strecke.

4. Kleiner Halsausschnitt. Diese quasi schulterfreien Dinger… nope.

Und im absoluten Idealfall hätte ich das ganze noch gerne in (bio-)fairer Baumwolle oder Hanffaser oder so.

Blöd, gibt’s halt nicht. Am nähesten dran kommen die L.O.G.G. Shirts. Die haben nichtmal Zettelchen, die man rausschneiden muss. Aber eigentlich sind sie einen Hauch zu kurz und eben nicht fair-trade Baumwolle. Aber das neue von Grundstoff hab ich heute in meinem verzweifelten Versuch, die Ärmel bis zum Handgelenk zu bekommen, versehentlich zerrissen. Es war sowieso schrecklich. Zu kurz, zu weiter Hals, zu weit am Körper und zu kurze Ärmel. Also ALLES falsch. 

Sollte jemand Tipps haben, immer her damit!

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Familiengeschichten

Da trifft frau sich entspannt mit ihrer Mutter und plaudert über so Entdeckungen und Überlegungen der letzten Zeit. Da gibt’s Dinge, die aufgefallen sind. Dass ich aggressiv werde, wenn mir heiß ist, mir Haare ins Gesicht hängen (bzw. generell mich etwas im Gesicht berührt) oder ich mit klebrigem Teig arbeiten muss. Dass ich gar nicht gut damit umgehen kann, wenn ich meine Pläne ändern soll – aber selten klar kommuniziere, dass oder gar welche Pläne ich habe. Dass ich nicht erkenne, wie es mir geht, solange die Gefühle nicht extrem sind. Dass ich bei einem Einkauf ohne Kopfhörer in der Schlange an der Kasse zittere vor Anstrengung im Kampf gegen den Impuls wegzulaufen. Dass ich bis heute nicht verstehe, warum man Menschen, die man jeden Tag sieht, jedesmal wieder grüßen muss und noch viel schlimmer – verabschieden. Dass ich als Kind meine Hausaufgaben alleine gemacht habe und mich gegen Hilfe aggressiv gewehrt – weil ich nicht denken kann, wenn jemand redet und Menschen einfach viel zu oft und viel reden. Dass ich mitunter Probleme habe, mich verbal auszudrücken – je nach Stresslevel nur zu leise reden bis verzweifelt Wörter suchen. 

Und dann hab ich das Wort Autismus erwähnt. 

Tjo. Es gibt schon diagnostizierte Verwandte und weitere 2 Verdachtsautisten – meine Großmutter und meinen Vater, dem ich immer schon sehr ähnlich war. Der diagnostizierte Asperger war immer schon mein Lieblingsonkel. Weil er nicht viel redet und wenn, dann über Bücher. Er ist großartig. Einmal waren Papa und ich übers Wochenende bei ihm und keiner hat was gesagt. Das war toll.

How in all hell did no one see that before?

Themawechsel 

Den Sport in meinem Leben gibt es, er wird aber immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Ich hab meine wöchentliche Boulderrunde, geh laufen, wann immer mir danach ist und zusätzlich gibt’s über den Winter erstmal wöchentliches Parkourtraining und danach… mal sehen. Thaiboxen hab ich beschnuppert, war auch cool („Zum Abschluss für heute… 200 Sit-ups. Go.“)

Ernährung wird immer wieder Thema sein, denn ich bin immer noch Stress- und Langeweileesser und das mit Gewicht halten… Öhm. Ja. Grad keine Energie dafür. Grad keine Energie für gar nix. Ich steck im Treibsand einer Erschöpfungsdepression und Comfort Food fühlt sich zu gut an. Immerhin rauche ich nicht wieder und es macht den Anschein, als wäre das endgültig. Ich weiß rational, dass ich noch nicht so lange nicht mehr rauche (laut App erst… was?! knappe 2 Monate erst?!),  aber es fühlt sich nach ewig an. Ich fühle mich nicht wie ein Exraucher, ich bin einfach Nichtraucher. 

Jedenfalls geht die derzeitige Skala der Lebensfreude von katastrophal bis erträglich und wieder einmal stehe ich rätselnd vor meiner Psyche und versuche zu verstehen, warum mich „einfach nur leben“ scheinbar auf Dauer mehr Energie kostet, als ich hab.

Ich halte mich über Wasser mit Strategien, um wenigstens die Energie für Reizverarbeitung zu sparen; die Kopfhörer laufen heiß mit einem Lied in Dauerschleife („A real hero“ von College, aus dem Soundtrack von „Drive“) , um Lärm zu blocken; mein Halstuch wird mit ein paar Tropfen ätherischem Öl beträufelt, um Gerüche zu überdecken; so oft wie nur möglich, schließe ich die Augen und wickle mich im Idealfall in ein Handtuch o.ä. um die Grenzen des Körpers zu spüren. Duschen könnte ich 6 Stunden täglich.

Klettern fühlt sich ähnlich an wie duschen, irgendwie. Nur mit weniger ungebrauchtem Denkvermögen – klettern ist sein. Sonst nichts. In der Wand gibt es dich und den nächsten Tritt oder Griff. Zielorientiert. Erfolg sofort sichtbar. Schmerzende Hände und zitternde Muskeln. Und richtig geile Bilder. 

Also bevor sich jemand Sorgen macht: Ich habe ein ausgeprägtes Selbstwirksamkeitsvertrauen, bin handlungsfähig und hab ein verständnisvolles und hilfreiches soziales Netz. Ich pack das. I’m still alive and kicking.

Mystery Award based dingsbums. 

Ich wurde nominiert! Ich hab Leser! Irgendwie ist das creepy. Also, ich schreibe hier nicht nur, um meine Gedanken zu ordnen, sondern auch, um eventuell Feedback zu bekommen, wenn irgendwas völlig abgedreht ist. Trotzdem ist meinem Hirn scheinbar erst jetzt klar geworden, dass ich öffentlich schreibe.

Get on with it: Der Mystery Blogger Award wurde gestartet, um unbekannte Blogs zu vernetzen. Liebe Idee.

Regeln des Awards
Nenne den Schöpfer des Awards und setze einen Link auf den Blog.

Hat Jule nicht gemacht, tu ich auch nicht. Wirkt mir zu sehr nach Follower fischen. Entweder ich verlinke die gesamte Kette von Start bis Ende, oder eben nur den letzten Schritt. Alles andere wäre irgendwie unfair.

    Platziere das Award Logo oder Bild in Deinen Post.

Auch nicht. Glitzert zu viel. Brrr. Von dem Bild krieg ich Kopfschmerzen.

    Danke der Person, die Dich nominiert hat und verlinke ihren Blog in Deinem Post.
Erzähle Deinen Lesern 3 Dinge von Dir selbst.
Beantworte die Fragen des Nominierenden.
Nominiere selbst 10-20 Blogger.
Frage Deine Nominierten 5 originelle Fragen Deiner Wahl.
Teile 5 Links zu Deinen besten Blogposts.
Benachrichtige Deine Nominierten, indem Du in Ihrem Blog kommentierst.

Nummer 1, bedanken. Das ist einfach: Tausend Dank an Jule von Blaubeermuffins machen glücklich – nicht nur fürs nominieren, sondern auch fürs folgen, kommentieren und überhaupt bloggen. Du erinnerst mich sehr an meine beste Freundin und ich freue mich riesig, auch virtuell so einen Menschen zu kennen. Danke!

2. Fakten über mich

  • Ich hab nen Sprung in der Schüssel, oder zumindest immer schon gedacht, dass irgendwas mit mir nicht stimmt. Seit über 2 Jahrzehnten beschäftigt mich die Frage, was genau…
  • Für mich riechen Energydrinks nach Kotze mit Spiritus.
  • Ich will seit Jahren den Geburtstag von George Orwell feiern, indem ich Überwachungskameras Partyhüte aufsetze (verpass aber jedes Jahr wieder den Tag).

3. Jules Fragen

Welcher Wert ist der wichtigste für dich?

42!

Ok, ok, ernsthaft. Respekt. Pfeif auf Toleranz, keiner will trotz irgendwas toleriert werden, sich mit Respekt zu begegnen ist das Ziel. Nur mit Respekt kann ich andere in ihrer Andersartigkeit wertschätzen.

Ein Kind fragt dich, was Liebe ist. Wie erklärst du es ihm?

Pfaah. Du stellst Fragen. Ok.

Ich weiß es nicht. Ich denke, jeder Mensch empfindet das anders. Bei mir ist es eine Mischung aus „ich mag dich“, „du nervst weniger als die meisten“ und „deine Gedanken erscheinen mir logisch“.

Für was schämst du dich?

2 spontane Erinnerungen:

Ich hab mich im Kindergarten überreden lassen, einem anderen Kind einen nach Erdbeer riechenden Bleistift aus der Tasche zu klauen. So richtig geplant, mit Ablenkungsmanöver und allem drum und dran. Ich fühl mich deshalb ernsthaft seit 32 Jahren schlecht.

Mit 7 hatte ich zuwenig Geld für meinen Einkauf (um umgerechnet knapp 1 Cent). Die Verkäuferin kannte mich und meinte, ich könnte das ja nächstes Mal nachzahlen. Mir war es aber so peinlich, dass ich nie wieder in den Laden bin… (der kurz darauf pleite ging, SICHER MEINETWEGEN!)

Deine Hochzeit steht an. Und es soll nur einen Familiennamen geben. Nach welchen Kriterien sucht man ihn deiner Meinung nach am besten aus?

Wem ist was wichtig? Zu beachten gibt’s einiges. Kosten für neue Ausweise und Dokumente, emotionale Bindung/Vorfahren ehren oder sowas, „Gewohnheitsrecht“, eventuell Vorstellungen von Verwandten,…  Wir konnten uns beide nicht vorstellen, uns von unserem Namen zu trennen, wollten aber für eventuelle Kinder einen gemeinsamen. Darum ist es jetzt ein Doppelname. So müssen wenigstens beide alle Ausweise neu beantragen und was die Verwandten wollten war uns piepegal. Es hat auch nur 5 Monate gedauert, bis ich First Try unterschreiben konnte.

Wenn dein Jahr 2017 verfilmt werden würde, welchen Titel würde der Film tragen?

„Dumme Ideen und ihre Folgen“ – Ob das nun eine Komödie mit Happy End ist oder ein Drama, wird sich wohl erst zeigen.

4. Nominieren
Towanda! – leben und verändern
staublos
Denkmomente

Mehr wird’s nicht, ich folge nicht so vielen…

5. Meine Fragen an die Nominierten 

  • Was ist das Beste, das du/jemand anderes für dich tun kann/st, wenn dir alles zuviel wird?
  • Gab es jemals eine Geschichte, in der du leben wolltest und wenn ja, welche?
  • Aus zuverlässiger Quelle erfährst du, dass diese Welt das Leben nach dem Tod ist – ist es deiner Meinung nach Himmel, Hölle, Nirvana, …?
  • Hast du ein Lieblingszitat und wenn ja, wie lautet es?
  • Was ist das Netteste, das du in den letzten 7 Tagen zu jemandem gesagt hast?

6. Meine Blogbeiträge. Echt jetzt? Na gut.

Unfollow – Unlike auf Platz 1

Du kannst ja essen was du willst 

Fortschritte, Kleidergrößen und die Bodenschlampe 

Auch hier, mehr wird’s nicht. Gedankenordnen ist nicht so spannend, außer das Gedankenchaos ähnelt dem eigenen.

Danke nochmal, ist ganz lustig sowas 🙂

Jobwechsel?

Wenn ich erwähne, dass ich nicht allzu glücklich mit meinem Job im Familienunternehmen der Schwiegerleute bin, ist den meisten sofort klar, dass es natürlich keine gute Idee ist, mit dem Lebenspartner gemeinsam zu arbeiten. Spannend, denn das ist einer von ganz wenigen Fixpunkten, die ich eigentlich sogar angenehm finde. 

Wir haben unterschiedliche Morgenroutinen, ich bin meist 2 Stunden vor ihm in der Arbeit. Ich esse (sofern es kein Familienessen gibt) 1-2 Stunden später zu Mittag. Ich gehe früher heim.  Während der Arbeitszeit sind wir räumlich getrennt und wenn es nötig ist, Informationen auszutauschen, wissen wir genau, dass unsere Kommunikation funktioniert. Ideal und völlig problemlos. 

Problematisch ist vieles drumrum. Die Bezahlung ist mager, an rechtmäßige Sonderzahlungen muss man den Chef erinnern, Feedback zur Leistung gibt es nicht, Nichtraucherschutz my ass und über die Mittagspausenproblematik hatte ich ja schon ausreichend geschimpft. 

Andererseits musste ich noch nie zum Arzt, weil ein simples „mir geht’s nicht gut“ reicht. Zeitaufzeichnung mach ich für mich, um (in beide Richtungen) im Soll zu bleiben. Kernzeit ist von 10-17h, aber wenn ich mal nicht aus den Federn komm und erst um 11 da bin… who cares? Und sollte ich doch nochmal einen Schulversuch starten, hab ich volle Unterstützung. Also eigentlich schon ziemlich geil.

Gnaaargh. 

Blogroll mal anders

Eigentlich nur 2 Tipps. Weil ich sie am liebsten 5x täglich geben würde. 

James Fell – Of course exercise helps for losing weight…
James Fell’s Texte (ja, ALLE) in 5 Worten: awesome, hilarious, feminist, smart, helpful

Go read it. NOW!

Why I refuse to embrace my flaws – Nia Shanks

Ok, hin und wieder schreibt sie Dinge, die ich für Blödsinn halte. Aber im Großen und Ganzen ist sie jemand, der die Liebe zu sich selbst predigt (und aufgrund dieser Liebe zu Kraftsport und gesunder Ernährung aufruft). Speziell an diesen Artikel muss ich jedesmal denken, wenn ich mal wieder von einer höre, sie versuche, sich damit anzufreunden, nicht perfekt zu sein. 

So, und jetzt geh ich heim, Kreuzheben. Weil ich mich noch mehr lieb hab als sonst, wenn ich schwere Dinge heb. Weil ich von einem Ohr zum anderen grinse, wenn ich fertig bin und mir der Schweiß aus allen Poren rinnt. Und weil der Muskelkater in den Beinen mich immer noch an Kniebeugen hindert. 

Mal wieder Nichtraucher. 

Zuerst wollte ich auf dampfen umsteigen, um wenigstens Teer und noch ein paar ungute Stoffe zu umgehen, die beim Verbrennen entstehen. Also einen Vaper besorgt und 3mg Nikotin Liquid…

Das hat FAST funktioniert, ich konnte von 10-15 Zigaretten auf 3 reduzieren und nebenbei eben ein wenig dampfen. 

Sehr schnell habe ich festgestellt, dass Sucht aber Sucht bleibt und selbst wenn ich es schaffen sollte, auch die letzten paar Zigaretten durch Dampf zu ersetzen, bin ich abhängig und bei meinem ausgeprägten Hass auf Zwänge passt eine Sucht nicht ins (Selbst)Bild. 

Vor Jahren hab ich schonmal Allen Carr’s „Endlich Nichtraucher“ gelesen, kurz nachdem ich das Rauchen aufgegeben hatte. Die ständigen Wiederholungen der selben Sätze während betont wird, dass das keine Gehirnwäsche sei, ging mir so auf die Nerven, dass ich das Buch weg legte und mir eine anzündete.

Ich empfinde es also als Gehirnwäsche – hin zu den Zustand, den ein Mensch als Nichtraucher hat. Gehirnwäsche, die mich und die Sucht voneinander trennt. Das ist doch eigentlich genau das, was ich will. Also habe ich mit meinem Dampfer in der Hand angefangen, das Hörbuch zu hören. Im vorletzten Kapitel habe ich angeekelt die Coil gewechselt und ein nikotinfreies Liquid eingefüllt. 
Jetzt bin ich eine Woche Nichtraucher und die einzigen Probleme damit beschränken sich auf gelegentliche Meldungen der Sucht, die versucht mir einzureden, ich würde eine rauchen wollen und… passiv rauchen. Ständig und überall. 

Unsere 1-Zimmer-Wohnung war von Anfang an Raucherzone und verständlicherweise, als Raucherin, hatte ich damit nie ein Problem. Jetzt dagegen frage ich mich, ob mein Risiko auf all die Raucher Krankheiten überhaupt sinkt, nachdem ich 22h täglich in Räumen bin, wo geraucht wird; ob ich jemals in Kleidung gesehen werde, die nicht nach Rauch stinkt; ob ich je nicht an einen nassen Aschenbecher denke, wenn ich meinen Mann küsse. 

Es nervt. Ich habe einen Zwang abgelegt, nur um festzustellen, dass andere mir ihren Zwang mitaufzwingen.

Ich sehe rational ein, dass ich nicht einfach VERLANGEN kann, dass sich mein Mann plötzlich umstellt. Aber mir ist klar geworden, dass er sich auch nicht un-plötzlich anpasst. Anpassung war meine Aufgabe. An seinem Leben hat sich kaum etwas verändert, seit er mich kennengelernt hat, ich hab mich in die Lücken gequetscht. Und irgendwo in meinem Kopf beginnt sich der Gedanke zu formen, dass, wenn er sich auch weiter täglich für mich entscheidet, mir auch Platz in seinem Leben machen müssen wird. 

Mimimi vom undankbaren Fratz

Mal wieder frisch vom schwiegerfamiliären Mittagessen und ich ertappe mich bei Gedanken an Abführ- oder Brechmittel um das sinnlose Futter schnell wieder loszuwerden. Immerhin funktioniert meine Selbstwahrnehmumg gut genug um zu erkennen, dass bei dem Gedanken was GAR NICHT passt.

Ok, was passt nicht, immerhin bekomm ich sogar eigens mein Extra, meist mageren Fisch, seltener Fleisch mit viel Gemüse. Oma-style-Küche natürlich mit schön viel Butter, aber immerhin Protein und Ballaststoff in vernünftigem Ausmaß. 

Und ich weiß, was mir daran so wenig passt, dass ich die Mahlzeit so sehr hasse. Überraschung, es hat nichts mit den Nährwerten zu tun. 

Das Essen ist jedes Mal zur selben Uhrzeit – pünktlich 1-2 Stunden, bevor ich Hunger habe oder mental gerne eine Pause hätte. Wenig zu essen führt zu Kommentaren über ungesunde Einstellung zum Essen,  stundenlange Diskussionen und sobald ich nicht da bin, Warnungen an meinen Mann – er solle Acht geben, ich wäre sicher schon magersüchtig. Also würge ich eben unmotiviert eine Mahlzeit runter. 

Die Tischgespräche dazu sind im besten Fall arbeitsbezogen, sind sie das nicht, sind sie politisch. Linkslinker Gutmensch mit starken Sympathien zu Feminismus und Umweltschutz hier… der Rest der Familie ist brav am Hetzen gegen Flüchtlinge, Klimawandel gibt es nicht bzw. hat der Mensch nichts damit zu tun und diese Feminazis gendern unsere Sprache zu Tode.

Wenn ich mich dann zum Handy flüchte, lässt die Familie mir über meinen Mann ausrichten, das sei unhöflich. Gut, stimmt. Ich hatte allerdings in Anbetracht der Tatsache, dass außer mir alle mit offenem Mund kauen und mit vollem Mund reden, sich gegenseitig unterbrechen und keine Rücksicht auf Nichtraucher nehmen, damit gerechnet, dass auf Höflichkeit kein Wert gelegt wird. 

Wie gesagt, mimimi. Vor allem, wenn man so konfliktscheu ist wie ich. Möp. Doofe Sache, das. 

Blergh.

Erst krank, dann direkt Wacken (Wackööön!) und dementsprechend noch eine Woche halb krank laboriert – das Gewicht ist wieder zur Obergrenze gewandert, der Sport war 3 Wochen pausiert und mir ging es richtig dreckig. Meine Laune war im Keller, mein Spiegelbild fand ich mistig und alle und alles haben genervt. Vor allem ich selbst. 

Bis ich beschlossen habe, dass ich jetzt wieder laufen muss. Immerhin hab ich nur mehr wenige Wochen bis zum Wildsau Dirt Run und bisher noch nie 10km am Stück geschafft, die ich dort aber mit Hindernissen zurücklegen soll. Uff.

 Also mal vorsichtig und langsam die 2km zur Arbeit gejoggt… geht. Gut, dann laufen gehen, richtig. Abends in die Sportsachen und ab in die Weinberge. 10 Minuten später frage ich mich, wer die bescheuerte Idee hatte, die „Gebirgsstraße“ hochzulaufen. Ahja, ich. Eine knappe Stunde später merke ich, dass es jetzt langsam reicht. Die Oberschenkel fangen leicht an zu brennen und ich starte Korpiklaani und gebe für die letzten 3 Kilometer nach Hause nochmal richtig Gas. Fühlt sich guuuuut an, ich grinse bis über beide Ohren und komme völlig verschwitzt und glücklich Zuhause an. 

Hah. 9,2km. Nächstes Mal knacke ich die 10.

Perfekt gesund und fit

Gibt’s nicht.

Ich weiß nicht, ob irgendwo auf dieser Welt Menschen existieren, die sich immer streng an ihren Ernährungsplan halten, immer brav ihren geplanten Sport machen, ihre Kommunikation in der Beziehung pflegen, Sozialkontakte aktiv halten, motiviert arbeiten und und und. 

Ich gehöre jedenfalls nicht zu ihnen. Ich versuche, mich gesund zu ernähren und mein Gewicht in einem 6kg Toleranzfeld zu halten, ich versuche je 2-3x die Woche laufen zu gehen und Kraftsport zu machen, ich versuche, meine Ehe nicht zu vernachlässigen, Freunde zu treffen und effizient zu arbeiten. Aber es gibt Phasen, in denen will das mit dem einen oder anderen nicht funktionieren und dann heißt es Prioritäten abwägen. Da steht dann eben die Ehe über der Ernährung, der Sport vor der Arbeit und die Freunde werden viel zu leicht vernachlässigt. 

Das ganze sehe ich auch immer nur im Nachhinein so locker. Währenddessen kann ich meinen Anblick nicht leiden, hasse es, nicht konsequent genug zu sein um auf die choco crunchies zu verzichten und aus Frust darüber gibt’s dann noch eine Schüssel. Oder 2.

Ich arbeite daran. Nicht am „nicht alles perfekt schaffen“, sondern am Umgang mit miesen Tagen. Nur weil der Arbeitstag Mist war, muss ich nicht abends auch noch den besten aller Ehemänner anpfauchen, der dann zurück pfaucht, worauf wir beide sauer sind, ich statt laufen Eis essen geh, mich über mich selbst ärgere und vor lauter Schokolade am nächsten Tag so aufgedunsen bin, dass ich mich von ersten Moment an mies fühle und der nächste Scheißtag vorprogrammiert ist.

Merke: Ein paar besch…eidene Tage sind problemlos verkraftbar. Derzeit waren es 2-3 Wochen, an denen ich JEDEN Morgen motiviert wieder durchstarten wollte und um spätestens 20 Uhr grummelnd vor dem geknackten Kalorienbudget saß und TROTZDEM rauchen wollte.

Ja, das heißt, jetzt müssen erstmal wieder 2-3kg runter. Nach 15 Tagen (mal wieder) rauchfrei könnte ich mich langsam wieder beruhigen, futtertechnisch. Gestern 1400kcal, heute voraussichtlich 1300, gestern mit Kraftsport, heute geocachen – also ein laaaaanger Spaziergang – mit Mann, das cachen macht ihm nämlich auch Spaß. Und falls sich jemand fragt, wie ein Mensch aussieht, der 3 Wochen gefressen hat, wie ein Scheunendrescher…